Ökumenischer Festgottesdienst mit Albanimahl

Das neue Pfabü zum Thema «das habt ihr mir getan» ist erschienen

05.02.2016

Editorial

Warum hat das «Heilige Jahr der Barmherzigkeit» gerade am 8. Dezember begonnen? Papst Franziskus hat dieses Datum gewählt, weil genau an diesem Tag vor 50 Jahren das Zweite Vatikanische Konzil feierlich zu Ende gegangen ist. Mit dem «Jahr der Barmherzigkeit» will der gegenwärtige Papst an den Geist des Konzils anknüpfen und ihn in unserer heutigen Kirche wach halten.

Und was bedeutet dieser «Geist des Konzils»? Das Wort «Barmherzigkeit» will mit einem positiven Begriff umschreiben, um was es geht: Um einen Glauben an Gott, der vorrangig von dessen Liebe getragen ist und nicht von Angst. Der Konzilspapst Johannes XXIII. hat es in seiner Eröffnungsansprache so gesagt: «Heute dagegen möchte die Braut Christi lieber das Heilmittel der Barmherzigkeit anwenden, als die Waffe der Strenge erheben. Sie glaubt, es sei den heutigen Notwendigkeiten angemessener, die Kraft ihrer Lehre ausgiebig zu erklären, als zu verurteilen.» Dieser Abschied von der Angstreligion hin zu einer Religion der Herzlichkeit, des Verständnisses und des Mitgefühls entspricht der Frohbotschaft Jesu besser als Drohungen.

In der fünfteiligen Predigtreihe während der Fastenzeit möchten wir das Kernanliegen des Evangeliums, das einen Gott offenbart, der in erster Linie liebevoll und barmherzig ist, breit entfalten.

In diesem Heft schauen wir auf die sechs beziehungsweise sieben biblischen Werke der Barmherzigkeit, mit denen Christinnen und Christen ihren Glauben an den barmherzigen Gott tätig zum Ausdruck bringen, gemäss dem Auftrag Jesu: «Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!» (Lk 6,36). Das Hungertuch von Sieger Köder zeigt eindrücklich den Christusbezug dieses barmherzigen Handelns. In der Gleichnis-Rede vom Weltgericht begründet Jesus, warum die Gerechten für ihre guten Taten gelobt und belohnt werden so: «Das habt ihr mir getan.» (Mt 25, 40)

Diese fünf zentralen Wörter «das habt ihr mir getan» – nannte Mutter Teresa von Kalkutta das «Fünffinger-Evangelium». Ihm ist das vorliegende Pfabü thematisch gewidmet.

Möge seine Lektüre vielen zu Herzen gehen!
Für die Redaktion
Hugo Gehring

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